Aktuelles Heft

 

Inhalt der aktuellen Ausgabe September 2021:

Engagement und Prävention machen sich bezahlt:
Gefahrklasse der gewerblichen Zeitarbeitskräfte sinkt weiter!

Die „Abwicklung“ der CGZP –
BSG, zum Dritten!

Zeitarbeitrelevante Mindestlöhne in Euro pro Stunde

PDK­-Ausbildung
Höhere Vergütung beschlossen

Lünendonk-Studie zur Zeitarbeit:
Unternehmen erwarten 26 Prozent Umsatzplus für 2021

Wichtige Termine ...
Kündigungen müssen zugegangen sein ...

Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen
Frauen in Chefetagen öffentlicher Unternehmen

Informationen über soziales und ökologisches Handeln:
Hays veröffentlicht Nachhaltigkeitserklärung

Gesundheits-, Logistik- und Hotelgewerbe im Fokus
Stellenangebote je Bundesland im ersten Halbjahr 2021

HAW Würzburg-Schweinfurt attestiert internen PDL­-Beschäftigten hohe Arbeitszufriedenheit

Fünf Schritte für ein erfolgreiches „Comeback“
Wie professionelles „Boomerang Hiring“ gelingt

Bundesagentur für Arbeit (BA):
Entgelte im Jahr 2020 nur leicht gestiegen

Analyse von Bewertungen auf kununu-­Plattform
Thema Führungskräfte: Auf Vertrauen, Transparenz und Wertschätzung kommt es an

Indeed­-Umfrage:
Jüngere Menschen mit Migrationshintergrund mit erhöhtem Leistungsdruck im Job        

 

 

Ausgewählter Artikel der Ausgabe September 2021:

Engagement und Prävention machen sich bezahlt:
Gefahrklasse der gewerblichen Zeitarbeitskräfte sinkt weiter!

Der Kampf um gerechte Beitragserhebung für gewerbliche Zeitarbeitskräfte zur Verwaltungs­Berufsgenossenschaft (VBG) hat eine lange Geschichte. Eine exorbitante Erhöhung dieser Beiträge im Jahr 1998 blieb damals zwar aus, sie lagen aber trotzdem erheblich über den Beiträgen der Fach­BGen, die vergleichbare Stammarbeitskräfte versicherten. Hier (Beitrags-­)Gerechtigkeit einkehren zu lassen, hatten sich nicht zuletzt die eigens dafür gegründete Interessengemeinschaft Deutscher Zeitarbeitsunternehmen – IGZ – (heute: Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen – iGZ –) sowie zahlreiche weitere engagierte Personen auf die Fahne geschrieben. Und über die Jahre waren die Bemühungen von Erfolg gekrönt. So sank der Beitrag für gewerbliche Zeitarbeitskräfte (Gefahrtarifstelle 11.2) von 1998 bis 2016 um 58,53 Prozent.

Unfälle stark rückläufig

Selbstverständlich spielte hierbei auch die Zahl der meldepflichtigen Unfälle eine wichtige Rolle. Sie sank zum Beispiel von 110.000 im Jahr 2011 auf 34.000 im Jahr 2019 und 25.000 im Jahr 2020. An dieser Entwicklung wiederum hatte die Prävention, die ungeachtet der „Beitragsquerelen“ stets partnerschaftlich von der VBG und der Branche gemeinsam vorangetrieben wurde, natürlich erheblichen Anteil.

Die neue Gefahrklasse

Zur Festsetzung der neuen Gefahrklasse wurde der Beobachtungszeitraum coronabedingt vorverlegt auf die Jahre 2017 ­ 2019. Das Jahr 2020 konnte nicht mit einbezogen werden aufgrund der Kurzarbeit, die BG-­beitragsfrei ist.

Für die Gefahrtarifstelle 11.2 (gewerbliche Zeitarbeitskräfte) sinkt die Gefahrklasse ab dem 1. Januar 2022 von 6,52 auf 6,24. Für die Gefahrtarifstelle 11.1 (Beschäftigte in Dienstleistungsbereichen und Stammpersonal) steigt sie unwesentlich von 0,65 auf 0,70. Die Gefahrtarifdauer beträgt sechs Jahre.

Erfolg durch Prävention

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Prävention ist der Schlüssel zu weniger Unfällen. Jeder Unfall ist ein Unfall zuviel. Und jeder vermiedene Unfall spart bares Geld. Es gilt, in Sachen Unfallverhütung nicht nachzulassen!

Zeitarbeit als Vorreiter

Dass die Branche der Personaldienstleister in Sachen Gesundheitsschutz Arbeitssicherheit sogar als Vorreiter bezeichnet werden kann, zeigt folgendes Beispiel:

Das Bundesinstitut für Berufsbildung BIBB hat im Frühjahr festgelegt, dass seit dem 1. August u.a. die Standardberufsbildposition „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ in alle neu geregelten Ausbildungsberufe des dualen Systems verpflichtend aufgenommen werden muss.

Als im Jahre 2008 der Rahmenlehrplan für die Ausbildung der Personaldienstleistungskaufleute (PDK) erstellt wurde, habe ich bereits angeregt, dass in diesen Rahmenlehrplan 80 Stunden Arbeitssicherheit aufgenommen werden. Dies hat die VBG also schon vor 12 Jahren (in der PDK-Projektgruppe) umgesetzt!

Martin Gehrke